Weil im Schönbuch: Indizienprozess um die Auferstehung Jesus Christus

  Weil im Schönbuch: Evangelisches Gemeindehaus |

Knallharte Fakten der Anklage und der Verteidigung

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “FeierAbend” lud die evangelische Kirchengemeinde Weil im Schönbuch zu einem abendlichen Gerichtsprozess ein. Der Gemeindesaal wurde zum Gerichtssaal, das Auditorium übernahm die Rolle der Schöffen und Markus Till avancierte zum Richter. Mit seiner ganz eigenen und voreingenommenen Meinung.

An diesem Abend zählten die Fakten und Tatsachen, nicht der Glaube oder die Vermutung. Flankiert von einem Ankläger (Alexander Brosch) und einem Verteidiger (Alexander Glasbrenner) führte ein Richter (Markus Till) durch die Verhandlung. Dabei standen vor Beginn des Prozesses viele Fragen im Raum. Ist Jesus wirklich von den Toten auferstanden? War das Grab tatsächlich leer? Wie glaubwürdig sind die Überlieferungen? War Jesus eventuell nur scheintot oder wurde gar der Leichnam gestohlen?
Die zentrale Frage stellte Markus Till bereits zu Beginn: “Wenn Jesus tatsächlich auferstanden ist, dann gibt es ein Leben nach dem Tod und er ist die zentrale Figur der Weltgeschichte”. Sollte es aber nicht so sein und man sei über viele Jahrhunderte einem Irrglauben aufgesessen, “können wir den ganzen Laden hier dicht machen”, so der Kirchengemeinderat und Kurzzeit-Richter. Durch die tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben konnte er dieses Richteramt nicht neutral wahrnehmen. “Es war auch nicht mein Anspruch, die Umgestaltung des Vortrags zu einem Prozess so weit zu treiben, dass die Rolle des Richters wirklich den Anschein einer echten Neutralität hat. Natürlich bin ich gläubiger Christ und man durfte merken, auf welcher Seite ich stehe und dass ich nicht wirklich ein neutraler Richter bin”.
Bei den Punkten der Anklage standen mehrere fundamentale Zweifel in den Akten, so wurde beispielsweise behauptet, dass die Leiche gestohlen wurde oder auf andere Weise verschwunden ist, was im übrigen auch Johann Wolfgang von Goethe so sah. Doch die historischen Fakten belegen laut Einschätzung des Verteidigers genau das Gegenteil, denn es konnte damals kein Leichnam präsentiert werden. Auch sei es nicht möglich gewesen, den schweren Stein beiseite zu rollen und den Körper zu entwenden. Soldaten haben das Grab bewacht und den verschreckten und den trauernden Jüngern sei es eine solche Tat nicht möglich gewesen.
Die Verteidigung präsentierte im Laufe des Prozesses fünf Zeugen, deren Aussagen schriftlich hinterlegt sind und von Historikern als glaubhaft einzustufen sind. Es handelt sich dabei um die fünf Jünger Matthäus, Markus, Lukas, Johannes und Paulus. Deren Aussagen sich allerdings zum Teil sehr widersprechen. Dies deutet laut dem Verteidiger Alexander Glasbrenner auf eine korrekte Schilderung hin. “Wenn mehrere Zeugen absolut identisch und wortgleich einen Vorfall schildern beweist das, dass sie sich untereinander abgesprochen haben. Dann haben wir keine unabhängigen Zeugen. Diese fünf Zeugen unterscheiden sich aber erheblich”. In der Gesamteinschätzung der Aussagen zu den damaligen Geschehnissen ergibt sich jedoch ein einheitliches Bild. So detailliert und genau hangelten sich die drei Akteure auf der Bühne durch die Jahrhunderte spannendster Kirchengeschichte, bemühten den englischen Archäologen Sir William Mitchell Ramsay oder den deutschen Wissenschaftler Prof. Holger Strutwolf von der Universität Münster zur Untermauerung ihrer Thesen. Spannend, oft sehr komplex und am Ende sehr eindeutig. Denn das Urteil, ob Jesus tatsächlich auferstanden ist, sollten die Zuhörer fällen.
Der Glaube an die Auferstehung war sicherlich bei den meisten vorhanden, wohltuend war für eine junge Dame der Umstand, dass ihre bisherigen Überlegungen an diesem Abend mit Fakten hinterlegt wurde, welche sie in dieser Form noch nicht kannte. (mac)

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