Weil der Stadt: Pastoralreferent Heinrich Lutz in den Ruhestand verabschiedet

Schier endlos lang war die Liste seiner Aufgaben als Pastoralreferent bei der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul. Nun wird das Leben für Heinrich Lutz etwas ruhiger. Nach 26 Jahren Dienst in Weil der Stadt ist er in den Ruhestand verabschiedet worden.

1990 kam Heinrich Lutz aus Göppingen in die Keplerstadt. „Das hatte private Gründe“, erzählt er. Die Familie wollte in der Nähe der Eltern seiner Frau leben und in Weil der Stadt sei eine Pastoralreferentenstelle ausgeschrieben gewesen.

Von diesem Zeitpunkt an war Heinrich Lutz für Gemeindearbeit in St. Peter und Paul zuständig: Neben der allgemeinen Seelsorge übernahm er Gottesdienste, Predigtdienst und Beerdigungen. Den katholischen Kindergarten St. Christophorus betreute er ebenso wie er die Vorbereitung für Firmungen übernahm. Acht Stunden pro Woche unterrichtete er Religion am Johannes-Kepler-Gymnasium. Auch für die Öffentlichkeitsarbeit des Gemeindebriefs „Blickwinkel“ zeichnete er verantwortlich.

Engagiert war der dreifache Familienvater zudem in der Erwachsenenbildung. Er hielt Vorträge oder organisierte Gemeindereisen, wie die im vergangenen Jahr unter dem Titel „Auf Luthers Spuren“. Schwerpunkte in seiner Gemeindearbeit war auch die Ökumene in Merklingen, Münklingen und Hausen.

„Mein lokaler Zuständigkeitsbereich umfasste vorwiegend Merklingen, Münklingen, Hausen und Simmozheim“, sagt Lutz über seine Zeit in Weil der Stadt. 1997 begleitete er in Merklingen zum Beispiel die Kirchenrenovierung, 2002 den Neubau der Orgel. Auch als Präses der Kolpingsfamilie Merklingen fungierte er. Über zu wenig Arbeit konnte sich Heinrich Lutz sicher nie beschweren. Aber er hat geliebt, was er getan hat. Das ist ihm deutlich anzumerken, als er über seinen Abschied spricht. „Da sind natürlich auch einige Tränen geflossen.“

Wie beliebt Lutz als Pastoralreferent war, macht seine Abschiedsfeier deutlich. Einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche folgte die offizielle Verabschiedung, mit Reden, die drei Stunden in Anspruch nahmen. „Es hat mich natürlich gefreut, aber ich war auch überrascht von so vielen herzlichen Worten und all der Güte bei dem Empfang.“

Pläne für die Zukunft hat der frischgebackene Rentner mehr als genug. Mehr Zeit mit der Familie und den Enkeln verbringen. Öfter Radfahren. Den Garten auf Vordermann bringen. Und einfach mal die Seele baumeln lassen, sich Zeit nehmen zu lesen. Und trotzdem wird er sicher noch oft im Städtle zu sehen sein. Er singt beim Sängerbund Merklingen, sitzt im Stiftungsrat bei Unámonos und wird weiterhin bei der Kolpingsfamilie aktiv bleiben.

Heinrich Lutz‘ Nachfolger ist Joachim Scheu aus Weil der Stadt. Er war die letzten Jahre als Gefängnisseelsorger in Heimsheim im Einsatz. Er kennt die Gemeinde bereits, ist hier schon seit Jahren ehrenamtlich tätig.

Die Stationen von Heinrich Lutz
1951 in Schechingen (Ostalbkreis) geboren, fing Lutz gleich nach seinem Abitur 1973 an, katholische Theologie in Tübingen zu studieren. Zum Pastoralreferenten ließ er sich von 1978 bis 1980 in der Gemeinde St. Maria in Böblingen ausbilden. Die nächsten zehn Jahre, bis 1990, übernahm der Geistliche die Gemeindearbeit in der Gemeinde Heilig Geist in Göppingen-Ursenwang und in St. Thilo Heiningen.
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