Weilimdorferin Laura Kurtz absolviert ein Praktikum in Nepal

  Nepal ist ein unglaublich schönes Land – dieser Aussage mögen viele mit Zweifeln begegnen. Sie verbinden Nepal vor allem mit Armut und Rückständigkeit, Dreck und Staub, Verkehrschaos und mangelnder Hygiene. „Ich muss sagen, obwohl an diesem Image sicherlich etwas dran ist, so beschreibt es doch nur einen kleinen Teil des Landes“, erklärt die Weilimdorferin Laura Kurtz, die ein Praktikum in Nepal absolviert.

„Nepal ist faszinierend und aufregend, lehrreich und interessant“, erklärt Kurtz. Ein Aufenthalt dort werde, je länger er ist und je mehr man dabei vom Land sieht, immer besser. „In meinen ers­ten Wochen in der Hauptstadt Kathmandu, wo ich als Praktikantin in einem Waisenhaus tätig war, war ich zugegebenermaßen enttäuscht – ich hatte mir Nepal schöner vorgestellt. Obwohl Kathmandu viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat und auch mit dem Touristenviertel Thamel seine schönen Seiten zeigt, überwiegt doch dort der Eindruck von Verschmutzung, Verwahrlosung und Verarmung“. Genau diese weniger schöne Seite von Nepal bringen einen allerdings zum Nachdenken und wecke den Wunsch, etwas zu ändern. Und das verändere einen zumindest bei längerem Aufenthalt – letzlich auch selbst.

Das Kathmandu-Valley (dieses umfasst die größeren Städte Kathmandu, Bhaktapur und Patan) besitze Schätze, die es sich zu besichtigen lohnt, berichtet Kurtz weiter. Jede der drei Städte präsentiere stolz ihren Durbar Square (eine Art Tempelanlage). Zwar seien manche der Gebäude durch die Erdbeben zu Schaden gekommen, doch die Atmosphäre sei nach wie vor magisch. Auch Pashupatinath (eine Kremationsstätte), Swayambunath (macht seinem Spitznamen „Monkey Temple“ alle Ehre) oder die Boudha-Stupa mit ihren umliegenden Klöstern seien sehr sehenswert und außerdem interessant für Geschichtsbegeisterte oder solche, die mehr über die Kultur und die Religion der Nepalesen lernen möchten.

„Das erste Mal, dass ich die Schönheit der Natur Nepals so richtig erlebt habe, war auf einem Mehr-Tages-Trip, sobald ich das Kathmandu Valley verlassen hatte. Da eröffneten sich mir Reis-Plateaus von einem satten Grün, wie ich es noch nie gesehen hatte, in Kombination mit azurblauem Himmel und, in der Ferne, den weißen Gipfeln der höchsten Berge der Welt. Allgemein ist die phänomenale Sicht auf die Berge wohl das, was die meisten Reisenden nach Nepal lockt“, so die Einschätzung der Weilimdorferin.

Natürlich habe sie sich auch die anderen bei Touristen populären Städte nicht entgehen lassen: Pokhara, Chitwan und Lumbini. Was Pokhara ausmache, seien neben der atemberaubenden Landschaft die Aktivitäten, die man dort besser als sonst irgendwo in Nepal unternehmen kann. „Ich selbst habe beim Paragliding den Blick auf See und Berge genossen; andere Mutige entscheiden sich für Bungee-Jumping“. Weniger groß sei der Adrenalin-Kick bei einer Wanderung, etwa zur World Peace Pagoda oder bei einer entspannten Bootsfahrt, idealerweise im romantischen Schein der untergehenden Sonne. Im Stadtzentrum von Pokhara werde man bei der Wahl des Lokals vor ein Luxus-Problem gestellt. Ein stilvolles Restaurant reihe sich ans nächste, dazwischen atmosphärische Bars und laute Pubs.

Chitwan, in der Terai-Region, also im Süden Nepals gelegen, biete eine komplett andere, jedoch nicht weniger umwerfende Natur: Durch das wärmere, feuchtere Klima liege die ebene Landschaft morgens und abends im Dunst. In den dschungelartigen Wäldern des Chitwan National Parks könne man mehr oder weniger bequem auf Elefanten reiten und dabei wilde Tiere entdecken. „Mein persönliches Highlight war das Elefantenbaden, das sowohl für mich als auch für den Elefanten ein großer Spaß war“. In Lumbini gebe es nicht allzu viel zu sehen, doch als Geburtsstätte Buddhas habe das Städtchen zahlreiche Tempel und Klöster vorzuzeigen, die in ihrer Architektur beeindruckend schön sind.

„Neben diesen touristischen Städten hatte ich auch die Chance, nach Dolakha und Nagarkot zu fahren, zwei besonders stark von Erdbeben betroffene Gebiete. Diese Erfahrung sei unheimlich wertvoll gewesen, da ein persönlicher Kontakt mit geschädigten Familien möglich war. Auch die Zerstörung durch die Erbeben habe sie dort so richtig vor Augen geführt bekommen und auch gesehen, was die Hilfsmaßnahmen aus anderen Länder bewirken.

„Ich hatte das Glück, genau zur großen Festival-Zeit in Nepal zu sein“, berichtet Kurtz weiter. „Dashain“ und „Tihar“ durfte ich miterleben. Diese Feste sind nicht nur Spektakel an sich, sondern auch die wohl beste Möglichkeit, um die Kultur und Religion der Nepalesen kennenzulernen, oder besser zu erfahren.

Es gebe noch viele weitere Orte in Nepal, die es sich zu bereisen lohne. Idyllische Dörfer, weiße Bergspitzen, grüne unendliche Weiten und dazu der Charme und die Gastfreundlichkeit der Nepalesen – all das wartet nur darauf entdeckt zu werden. „Nepal ist ein Land, das reich an Schönheit ist, es ist aber auch ein Land, das mit seinen weniger schönen Seiten zum Nachdenken anregt, das einem viel beibringt – unter anderem über einen selbst“, so das Fazit von Kurtz. „Nepal ist ein Land, in dem Faszination und Elend eng beisammen leben“.
Fotos. privat
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