Weil im Schönbuch/Neuweiler: 40 Jahre Partnerschaft zwischen Neuweiler und Hennersdorf

 

Mit einer Schillingmünze fing alles an

Am kommenden Wochenende stehen die Festweichen in Neuweiler auf Feiern: 40 Jahre Partnerschaft mit Hennersdorf wird drei Tage lange gebührend begangen. Am Freitag eröffnet der offizielle Empfang in der Neuweiler Halle mit Ständerling und Orchestermusik das Wochenende.

Dass Geld verbinden und auch trennen kann und mitunter die Welt regiert ist eine altbekannte Weisheit. Dass eine Handvoll Schillingmünzen jedoch eine bislang vier Jahrzehnte andauernde Partnerschaft begründen kann, ist einzigartig.  Vor 41 Jahren war es, als die Feuerwehrmannschaft Neuweiler im Rahmen eines Feuerwehrwettbewerbs in Mistelbach/Niederösterreich erstmalig auf die Kollegen aus Hennersdorf traf. Damals gab es noch keine Handys und weil einige der Neuweiler den Angehörigen nach Hause anrufen wollten, standen sie zunächst etwas ratlos vor einem damaligen Schilling-Münztelefon. Nach einigen vergeblichen Versuchen, eine Verbindung nach Deutschland herzustellen, erklärten die zufällig in der Nähe stehenden Hennersdorfer Feuerwehrkollegen, dass  bestimmte Schillingmünzen notwendig seien, um den Apparat in Gang zu bringen. Münzen wurden ausgetauscht und die Partnerschaft aus der Taufe gehoben.
Seither lebt die Partnerschaft ungebrochen. Es gab verschiedene Feuerwehrwettkämpfen, Jugendaustauschprogramme, Fußballspiele und natürlich viele gegenseitigen Besuche. Höhepunkt war mit Sicherheit eine Hochzeit nebst Familiengründung, die aus der Ortspartnerschaft heraus entstanden ist.
Die Neuweiler schätzen vor allem die Gastfreundschaft der Partnergemeinde, den sprichwörtlichen Wiener Charme. „Jeder Besuch in Hennersdorf war wie nach Hause kommen“, so Silvia Bühler, Ortsvorsteherin von Neuweiler, „es ist schön, dass es diese besondere Freundschaft gibt“.
Anlässlich des 40jährigen Jubiläums laden die Freiwillige Feuerwehr und die Ortschaftsverwaltung am Samstag zur Neuweiler Hocketse mit Zwiebel- und Krautkuchen und einer Spielstraße für Kinder ein. Neben Live-Musik von Joe Vox lockt dann auch  das Public Viewing zum Festplatz.  Am Sonntag gibt es ab 11 Uhr Weißwurstfrühstück, später Spießbraten und Maultaschen. Musikalisch umrahmt wird der Sonntag vom Musikverein Weil im Schönbuch. Außerdem gibt es Kinderschminken, Kutsche fahren, Schießbuden und Fahrten mit dem Feuerwehrauto.
Erwähnenswert ist übrigen auch, dass der Telefonapparat , mit dem alles begann, als „Museumsstück“ im Neuweiler Rathaus hängt.

Bericht vom Festwochenende:

Neuweiler Hocketse nicht nur kulinarisch ein Publikumsmagnet
Alle Gäste waren hochzufrieden

Die Neuweiler Hocketse hat in der Weil im Schönbucher Teilgemeinde schon eine längere Tradition. Doch diesmal stand sie unter ganz besonderen Vorzeichen. Denn gleichzeitig wurde das 40-jährige Partnerschaftsjubiläum mit der Gemeinde Hennersdorf gebührend gefeiert.
Rund 50 Gäste aus Niederösterreich waren dazu größtenteils bereits am Freitagvormittag mit dem Flugzeug nach Schwaben gekommen. Ihre Neuweiler Gastgeber boten ihnen neben dem offiziellen Festakt am Freitagabend (siehe Extra-Artikel) auch sonst ein abwechslungsreiches Programm. Nach Frühstück und Quartierverteilung genossen am Freitagvormittag alle zusammen eine Stadtführung durch Waldenbuch und den anschließenden Besuch der weltbekannten Ritter Sport-Schokoladenfabrik samt angeschlossenem Museum. Am Samstag ging es nach Stuttgart-Zuffenhausen zur Firma Porsche, am Sonntag besichtigten die Gäste das neue Weiler Rettungszentrum. Die mitgereisten Feuerwehrler hatten daran besonders großes Interesse. „Die Leute waren begeistert, die österreichischen Gäste hochzufrieden“, freuten sich Ortsvorsteherin Silvia Bühler und ihr Ehemann Hans-Jörg.
Er gehörte zu den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die für den reibungslosen Ablauf des Partnerschaftsjubiläums einerseits und der Neuweiler Hocketse andererseits sorgten. Die Feuerwehr samt Altersabteilung, manche darunter einst Wegbereiter der grenzübergreifenden Gemeindeverbindung, waren ebenso drei Tage lang im Dauereinsatz wie mancher Freiwillige aus der Bevölkerung. Beispielsweise diejenigen, die im Vorfeld fleißig backten für das wieder einmal reichhaltig bestückte Kuchenbüffet. Oder andere die am Samstag den Ofen im Backhaus anheizten, um den Hocketse-Besuchern frischen Zwiebel- und Krautkuchen zu servieren. Dazu kamen am Samstag leckeres Spanferkel, am Sonntag das traditionelle Weißwurst-Frühstück sowie Spießbraten, Maultaschen und alles sonst, was das Hocketse-Herz kulinarisch begehrte.
Musikalisch gab am Samstag Joe Vox mit seiner Drei-Mann-Band den Ton an, am Samstag spielte der Musikverein Weil im Schönbuch zünftig auf. Nicht fehlen durften die Harmonika-Freunde Weil im Schönbuch, die den gut besuchten Sonntagsmorgen-Gottesdienst mit Pfarrer Götz Krusemarck in der Neuweiler Halle auf ihren Instrumenten begleiteten. Für die jüngeren Besucher erwiesen sich die Spielstraße des Kindergartens und die Fahrten mit Pferdekutsche oder Feuerwehrauto als Anziehungspunkte, mancher Große nahm vor allem am Samstag die Möglichkeit des Public Viewing der Fußball-EM auf der eigens in der Halle aufgebauten Großleinwand gerne in Anspruch.
Kurzum: Für jeden was dabei, wird die Neuweiler Hocketse im kommenden Jahr auch ohne Partnerschaftsjubiläum wieder ein Publikumsmagnet sein. Und auch die Einladung zum Gegenbesuch einer Neuweiler Delegation in Österreich steht und ist allerspätestens für nächstes Jahr geplant.
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