Weil im Schönbuch: Der SPD Ortsverband der Schönbuchlichtung verleiht erstmalig den Sozialpreis für Jugendliche

 

Engagierte Vorbildcharakter

Die Liste der verliehenen Preise in der Gemeinde Weil im Schönbuch ist um eine weitere Auszeichnung reicher: Auf Initiative des SPD-Ortsverbandes Schönbuchlichtung wurde vergangene Woche erstmalig der Sozialpreis für Jugendliche vergeben. Durch diesen Preis wünscht sich die Weiler SPD-Riege einen stärkeren öffentlichen Fokus auf den engagierten Teenagern. Mit den ersten Preisträgern wurden nun nicht nur vier äußerst sozial bemühte Teenager ausgezeichnet, sondern auch vier sehr sympathische. Den ersten Preis erhielten Joshua Hömske, Sebastian Heim und Tim Zimmermann, allesamt Schüler der Gemeinschaftsschule Weil im Schönbuch. Der zweite Preis wurde an Dominik Völker verliehen, der sich im Jugendfußball und im Fischereiverein engagiert.

Das sagen die anderen über die Preisträger:

Ingeborg Soller-Britsch, Ortsvorsitzende der SPD lobte in ihrer Rede vor allem die jeweiligen Leistungen und die Arbeit der vier Preisträger. Diese, so die Sozialdemokratin, mache sie zu Vorbildern für viele Jugendliche. Die Veränderung im Schulalltag haben Joshua Hömske, Sebastian Heim und Tim Zimmermann aktiv miterlebt und mitgestaltet. "Sie wissen, was es heißt den ganzen Tag in der Schule zu verbringen. Die Schule ist vom reinen Lernort zum Lebensort geworden. Das geht nur durch die Vielzahl der helfenden Unterstützer. Ihr drei habt erfahren, dass Gemeinschaft gelebt werden muss. Ihr seid ausgebildete Sportmentoren und könnt dadurch zusätzliche Aufgaben ganz offiziell in der Schule übernehmen. Dieses Engagement bringt ihr zusätzlich zu eurem normalen Schulalltag. Diese Leistungen möchten wir durch die Verleihung des Sozialpreises würdigen".

Auch für den zweiten Preisträger fand Soller-Britsch loebende Worte. "Das ehrenamtliche Engagement steht bei ihm ganz weit oben". Dominik Völker betreut seit vielen Jahren die D-Jugend des Fussballvereins. "Egal um welche Aktivitäten es geht, du bist immer vorne mit dabei. Auch beim Fischereiverein hilfst du seit Jahren".

"Wir können sehr stolz auf solche Jugendliche sein, die wir hier in Weil im Schönbuch haben".

Wolfgang Lahl, Bürgermeister der Gemeinde Weil im Schönbuch:
"Es macht einen Bürgermeister richtig stolz, wenn eine Preisverleihung ansteht und wenn dann auch noch solche Menschen, wie ihr es seid, ausgezeichnet werden sollen. Ihr seid nicht nur Schüler, sondern auch ein wesentlichen Bestandteil unserer Gemeinschaftsschule. Durch euer Wirken macht ihr die Kreise unserer Schule noch größer und nehmt auch andere Schüler mit auf den Weg des Miteinanders. Das ist etwas ganz Besonderes und Außergewöhnliches", lobte der Rathauschef.

Mit Dominik Völker fand auch das Engagement in den Sportvereinen seine Würdigung. "Wenn ich bei den Veranstaltungen der Fussballer oder auch beim Fischerverein bin, sehe ich immer den Dominik", so der Schultes. "Du leistest sehr viel durch deinen persönlichem Einsatz und das ohne Widerwillen und ohne Murren. Auch wenn es sich dabei immer auch mal um nicht so angenehme Aufgaben handelt. Jeder, der sich in unseren über sechzig Vereinen engagiert ist ein ganz wichtiges Zahnrad".

Marielle Bohm, Sozialpädagogin im Waldhaus Jugendreferat: "Joshua, Sebastian und Tim setzen sich für ihre Mitschüler ein und sind immer bereit zu helfen, egal wann wir sie ansprechen. Selbst in ihrer Freizeit stehen sie uns immer helfend zur Seite. Die Sportmentorenausbildung haben sie zusätzlich abgelegt und sind damit die ersten an unserer Schule, die jetzt über eine solche Ausbildung verfügen. Das ist etwas Besonderes. Dadurch tragen sie extrem dazu bei, dass unsere Gemeinschaftsschule funktioniert. Die kleinen Schüler schauen an ihnen hoch und eifern bereits nach. Wir binden die drei auch bei unseren Planungen und Vorbereitungen der schulischen Aktivitäten mit ein und legen bewusst Verantwortung in ihre Hände. Dadurch wachsen sie an ihren Aufgaben. Sie sind die ersten Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler, noch vor uns.


Und was sagen die Preisträger selbst?

Dominik Völker, 16 Jahre: "Durch meinen Vater habe ich nichts negatives über die Vereinsarbeit mitbekommen, es gab nur schöne Erlebnisse. Mein Vater ist ja bei den Fußballern und beim Fischerverein aktiv. Durch ihn lernte ich viele Bereiche kennen. Die Auszeichnung selbst war eine Überraschung für mich, denn ich habe im Vorfeld nicht mitbekommen, dass mich Peer Baumann als Preisträger vorgeschlagen hat. Über die Anerkennung freue ich mich sehr".

Joshua Hömske, 15 Jahre: "Auch wir haben im Vorfeld nichts von der Ausschreibung zu diesem Preis mitbekommen. Marielle Bohm hat uns heimlich angemeldet. Natürlich hat es uns sehr gefreut, als uns unsere Rektorin dann mitgeteilt hat, das wir ausgewählt worden sind. Während den Anfängen unseres Engagements haben wir nur eine Stunde nach dem Sportunterricht mit anderen Schülern gespielt, das hat sich dann immer mehr gesteigert. Es macht einfach großen Spaß an unserer Schule".

Sebastian Heim, 14 Jahre: "Diese Auszeichnung ist weit mehr als nur eine Urkunde für uns. Wir fühlen uns dadurch sehr geehrt. Wir sind eigentlich immer zu dritt, teilen uns aber auch mal anders ein und wechseln die Aufgaben untereinander. Ein- bis zweimal die Woche engagieren wir uns zusätzlich an unserer Schule. Ich kann mir durchaus vorstellen, in diesem Bereich später auch beruflich tätig zu sein".

Tim Zimmermann, 13 Jahre: "Es ist toll wenn man einen Preis verliehen bekommt, ich mache das aber nur aus Spaß. Ich fühle mich dadurch auch nicht besser, denn andere machen ja auch viel an der Schule. Seit über einem Jahr arbeite ich aktiv bei der Kletter-AG mit. Die Kletterer müssen gesichert, und dabei auch unterstützt werden, das mache ich gerne. Wir haben sicherlich eine Vorbildfunktion für andere Schüler, es gibt aber auch Schüler, die sich generell nichts sagen lassen, auch nicht von den Lehrern (lacht)".


Der Kommentar:
Beeindruckend. Da stehen vier Jungs, lächeln freundlich und geben detailliert und geduldig über ihre vielfältigen Aktivitäten Auskunft. Ich höre kein Murren und ihre Sätze kommen klar und verständlich aus den Mündern der Heranwachsenden. Keine Selbstverständlichkeit während der pubertären Phase.
Während der Gespräche mit den Vieren spüre ich die Überzeugung, den Spaß und die Ernsthaftigkeit von Dominik, Tim, Sebastian und Joshua. Mein Blick geht zurück in meine Schulzeit ohne Ganztagesbetreuung, Kletter-AG und Mittagessen in der Schule an gemeinsamen Tischen. Das damalige pädagogische Konzept war übersichtlich, und die schulischen Aktivitäten auf den jährlichen Wandertag beschränkt. Es gab Handball oder Fußball und für die Besserverdienenden Tennis. Die Computer standen in großen Firmen und in den Universitäten und nicht am heimischen Schreibtisch. Man traf sich direkt nach der Schule auf dem Bolzplatz, telefonierte aus einer gelben Zelle und hörte Musik von Kassetten. Es gab so gut wie kein ehrenamtliches Engagement und den kleinen Mitschülern verdarb man den Schultag, in dem man ihnen das Pausenbrot wegnahm.
Wir leben momentan in turbulenten Zeiten. Die Welt verändert sich, auch die Berufswelt. Wer baut künftig die Autos der Zukunft? Wer beherrscht die nächsten Jahre die Technologien des Internets? Spielen wir bei der Industrie 4.0 noch eine Rolle? Vor welchen politischen Veränderungen stehen wir? Wo ist der Mittelstand geblieben? Gibt es künftig nur arm und reich? Die Gedanken kreisen um die Zukunft unserer Kinder.
Es gibt Momente, da bin ich erschüttert und es gibt Momente da glaube ich an eine gute Zukunft. Es sind die Momente wie die bei der Preisverleihung an vier unglaubliche Jungs. Danke dafür. Markus Schwarz
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