Herbstgespräch mit der Landesvorsitzenden der GRÜNEN Thekla Walker

Am Rande einer Veranstaltung unterhielt sich unser Redakteur mit der baden-württembergischen Landesvorsitzenden der GRÜNEN Thekla Walker. Sie ist seit Mai diesen Jahres Mitglied des Stuttgarter Landtages und zudem stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Bei einer Tasse Kaffee und leckerem Kuchen aus dem Backofen ihrer Böblinger Büroleiterin entwickelte sich ein Gespräch über Ziele und Vorstellungen. Auch auf das Thema Winfried kamen die beiden zu sprechen.


Im Mai diesen Jahres zogen Sie nach einem engagiert geführten Wahlkampf in den Landtag ein, wussten dabei um die starke Präsenz der Bewerber von CDU und SPD. Den CDU-Stimmenkönig Paul Nemeth ließen Sie hinter sich. Haben Sie inzwischen ein Gespräch mit ihm geführt? Der Vorsprung war ja denkbar knapp.

Das stimmt und war so wirklich nicht zu erwarten. Trotz des knappen Vorsprungs lagen wir allerdings in vielen Orten auch klar vorne. Darüber habe ich mich unglaublich gefreut. Trotz des geführten Wahlkampfes gratuliert man sich natürlich gegenseitig. Aus einer Konkurrenz heraus in eine Koalition zu gehen ist für manche eben auch ein Schritt, den sie erst einmal gehen müssen (lacht). Das Direktmandat zu verlieren ist schon hart, das muss sich natürlich erst einmal setzen. Aber es ist ja schon ein halbes Jahr her. Wichtig ist, das man sich gemeinsam für den Wahlkreis einsetzt. Wir sind nun in einer Koalition, daher muss man aus meiner Sicht solche Dinge hinter sich lassen.

Im Wahlkampf sah man Sie als engagierte und fleißige Politikerin. Lässt Ihnen der politische Betrieb in Stuttgart genügend Freiraum, die vielen grünen Gedanken und Visionen ausreichend umzusetzen?

Wir haben uns bereits lange vor dem Wahlkampf innerhalb der Partei Gedanken gemacht, welche Konzepte und Ideen wir verfolgen werden. Darunter fallen beispielsweise die Energiewende, die Reformen im Schulbereich oder der Kita-Ausbau sowie der Naturschutz, um den es auch speziell heute bei dieser Veranstaltung geht. Ich habe als Landesvorsitzende intensiv an diesen Themen mitgewirkt. Diesen schönen und großen Rucksack habe ich jetzt mit dabei und werde die Dinge angehen und umsetzen. Ich fühle mich also sehr gut gerüstet. Im täglichen Politikbetrieb bleibt dafür genügend Zeit, schliesslich ist das ja auch meine Aufgabe.

In welchen Themengebieten möchten Sie Ihre Akzente setzen, was ist Ihnen bei der Vielzahl der politischen, ökologischen und ökonomischen Themen besonders wichtig?

Für mich persönlich sind die Themen Naturschutz, die ökologische Modernisierung der Wirtschaft aber auch eine andere Verkehrspolitik sehr wichtig. Hier im Wahlkreis Böblingen/Sindelfingen haben wir viel Potential, um auch einiges zu bewegen. Zudem ist mein Wahlkreis ein Zentrum der Mobilität und man könnte jetzt den Beweis antreten, erfolgreich in das nächste Zeitalter zu gehen. Das ist mir ein Anliegen und wir müssen zeigen, dass wir das auch können. Als finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag gehört aber auch der Blick auf die Finanzen. Einnahmen und Ausgaben müssen sich angleichen, wir müssen gut haushalten und entsprechend mit unseren Mitteln umgehen.

Wie erleben Sie unseren Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann im Miteinander? Ist er der Landesvater, den man gerne sehen möchte?

Er ist genauso so wie man ihn erlebt. Er ist sehr authentisch. Es gibt nicht den Winfried Kretschmann privat und den vor der Kamera. Er ist wie er ist. Ich mag ihn sehr gerne und kenne ihn gut. Wir haben viel miteinander zusammengearbeitet, insbesondere bei den Koalitionsverhandlungen. Ich schätze ihn wirklich sehr. Durch seine unaufgeregte und pragmatische Art ist es sehr angenehm mit ihm zu arbeiten. Er hat einen sehr guten Blick für die Menschen im Land.

Sie sind Landesvorsitzende der Grünen, sowie deren stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Sitzen in zahlreichen Auschüssen und haben zudem weitere Funktionen in der Partei. Wie weit deckt sich ihre momentane Situation mit ihrer Lebensplanung, was davon ist planbar gewesen oder was davon haben Sie sich gewünscht?

Ich bin erst 2008 in die Politik gegangen, bin also eine klassische Quereinsteigerin. Ich hatte davor einen ganz anderen beruflichen Weg. Dann habe ich zuerst für den Stadtrat kandidiert und war kommunal sehr aktiv. In den Jahren haben sich daraus Chancen ergeben. Ich hatte allerdings nie das Ziel Landesvorsitzende zu werden, dann Ministerin und am Ende in Berlin zu landen. Ich gehe einfach Schritt für Schritt und mach mich jetzt an die Aufgaben, welche anstehen. Allerdings wollte ich schon immer in den Landtag und dort Politik machen. Jetzt bin ich froh und zufrieden, dieses Mandat erhalten zu haben. Wir haben grosse Aufgaben vor uns. Unter anderem müssen wir jetzt den Haushaltsplan aufstellen, und auch im Wahlkreis gibt es ebenfalls noch viele Dinge zu erledigen.

Dienen solche Wanderungen wie heute über die Schönbuchlichtung auch der Erholung vom Politikbetrieb? Wie oft schaffen Sie es ins Grüne?

Solche Veranstaltungen dienen auf jeden Fall der Erholung. Es ist eine schöne Mischung. Man ist mit Menschen unterwegs, bespricht viele Dinge und tut auch noch etwas Gutes für sich. Ich bin gerne draussen. Morgens genieße ich die halbe Stunde mit meinem Hund, wenn es die Zeit zulässt. Das ist meine Energiequelle und darauf achte ich schon sehr. Man kommt runter und kann sich von der Natur inspirieren lassen. Das braucht man ab und zu.

Das Gespräch führte Markus Schwarz
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