Gewässerschauen deckten Missstände auf

Von Schrott und Müll bereits befreit.
 
Der leidige Komposthaufen besteht allerdings immer noch.
Karlsruhe: Grötzingen | (heis) Auf Antrag der Grünen Liste Grötzingen gab Frank Lamm vom Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe einen Einblick in die Ergebnisse zweier Gewässerschauen, die in den Jahren 2015 und 2016 am Gießbach und am Weidgraben durchgeführt wurden.

Welche Verstöße beobachtet wurden, welche Gegenmaßnahmen man ergriffen hat, was bereits umgesetzt wurde und welche Möglichkeiten das Amt bei Nichtbeachtung von Anordnungen hat, wollte die Grüne Liste von Lamm wissen. Der erklärte zunächst, dass Gewässerschauen erst seit 20014 verpflichtend seien, vorher habe man diese freiwillig durchgeführt. Man habe bei der Stadt nun eine Prioritätenliste aufgesetzt, an den Gewässern, die auf dieser Liste aufgeführt sind, gebe es alle fünf Jahre – immer im Herbst, wenn möglichst wenig Laub die Sicht einschränkt - eine Gewässerschau. 2015 sei der Grötzinger Gießbach eine der ersten Begehungen gewesen, seither habe man einiges an Erfahrung gewonnen und dazugelernt, erklärte der Gewässerexperte.

„Am Gießbach gab es eine Vielzahl von Verstößen“, berichtete Frank Lamm dem Ortschaftsrat. Diese würden nach einem bestimmten System abgearbeitet, so der Mitarbeiter des Tiefbauamtes weiter: Die erste Stufe sei ein verschärfter Hinweis an den Grundstückseigentümer, dann erfolge eine Nachschau, besteht der Mangel dann immer noch, werde ein Mahnverfahren eingeleitet. „Warum sich am Gießbach noch nicht viel in Sachen Mängelbeseitigung getan hat“, wollte Titus Tamm von der GLG, der an beiden Gewässerschauen auch selbst teilgenommen hat, wissen. Frank Lamm erklärte, dass es schwer sei, die Grundstückseigentümer und deren aktuelle Adressen ausfindig zu machen. Es habe schlicht eine lange Zeit gedauert, sie alle anzuschreiben, um die Verstöße zu formulieren. Was das Tiefbauamt selbst beseitigen konnte, sei schnellstmöglich behoben worden. Man habe verkehrsunsichere Bäume beschnitten und entfernt, die Bisam- und Nutriapopulationen bekämpft und den Zentralen Juristischen Dienst der Stadt damit beauftragt, die Eigentümer der Grundstücke anzuschreiben, um sie auf ihre Vergehen aufmerksam zu machen.

Müllhaufen und Schrottautos


Diese Vergehen reichen von illegalen Kompost- und Abfallablagerungen am Ufer bis hin zu nicht genehmigten Bauten, Wasserpumpen und Gewässerquerungen. Auch Altautos habe man auf einem Grundstück gefunden, von denen eines bereits beseitigt sei. Den illegalen Komposthaufen einer am Gießbach angesiedelten Großgärtnerei gebe es aber leider immer noch, musste Lamm auf Tamms Nachfrage bestätigen. Der Betrieb habe bisher nicht auf die Schreiben der Stadt reagiert.

Weitaus weniger Probleme und Verstöße habe man bei der Begehung des Weidgrabens im November 2016 gefunden. Nur sieben Verstöße wurden hier gezählt, die auch schon weitgehend beseitigt seien.

Auf die GLG-Frage, wie nun der weitere Ablauf sei und wann man Resultate der Gewässerschau erwarten kann, erklärte Lamm, dass für Mai eine Nachschau geplant sei, zu der die meisten Mängel dann hoffentlich beseitigt seien. Die Bevölkerung sei wieder zu dieser öffentlichen Veranstaltung eingeladen, um sich selbst von den Veränderungen zu überzeugen. Falls bis dahin nichts geschehen sei, müsse man Mahnverfahren einleiten. Diese Aufgabe müsse allerdings der ZJD
übernehmen, da das Tiefbauamt dazu nicht berechtigt sei. Außerdem berichtete er, dass die Stadt einige Ufergrundstücke aufkaufen wolle, damit die Pflege des Gewässerrands und der Uferzone in Zukunft einfacher zu handhaben sind.
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