Aus dem Ortschaftsrat: „Ruhiges Gebiet“ für Grötzingen

Die Ortsverwaltung wird klären, ob das im Bau befindliche Windrad des Fraunhofer Instituts lauter sei, als die dortigen Schießanlagen. (Foto: Roland Helfer)
 
Die Aktivitäten des im Pfinztal ansässigen ICT sind der angewandten Forschung und Entwicklung im Fach der Ingenieurwissenschaften auf dem Gebiet der Wehrtechnik und der Umwelttechnik zuzuordnen. (Foto: Roland Helfer)
Karlsruhe: Grötzingen | (heis) Um den Lärmaktionsplan der Stadt Karlsruhe ging es in der Februar-Sitzung des Grötzinger Ortschaftsrates.

Die Stadt hat als Ballungsraum mit mehr als 250.000 Einwohnern, so will es das Bundes-Immissionsschutzgesetz, die Pflicht, einen Lärmaktionsplan aufzustellen. Schon seit 2009 arbeitet man in der Verwaltung deshalb an einem solchen Werk, das dafür sorgen soll, dass die Lärmbelastung eingeschränkt und die Lebensqualität des urbanen Raums erhalten wird. Ortsvorsteherin Karen Eßrich stellte dem Gremium nun die Fortschreibung des Planwerkes vor, wie sie der Gemeinderat bereits im Juli des vergangenen Jahres beschlossen hatte. In dieser Fortschreibung des Lärmaktionsplanes geht es um die Ausweisung so genannter „Ruhiger Gebiete“, um deren besonderen Charakter für Natur, Umwelt und den Menschen zu bewahren. Einiger dieser acht nun vorgeschlagenen Gebiete stehen bereits unter besonderem Natur- oder Landschaftsschutz, ein Ansatz zur Lärmbewertung sei in diesen Regularien jedoch noch nicht festgelegt. „Mit der Ausweisung `Ruhiger Gebiete` erhalten diese Schutzgebiete nun einen zusätzlichen Schutzgegenstand, der sich sowohl auf die Fauna als auch auf die Gesundheit von Menschen positiv auswirkt“, erklärt die Stadt.


Ein Gebiet auf Grötzinger Gemarkung

Eines der acht Gebiete gehört zur Gemarkung Grötzingen, daher auch die Vorstellung des Projekts im Ortschaftsrat, der von der Stadtverwaltung um Kenntnisnahme gebeten wurde. Es handelt sich dabei um das „Ruhige Gebiet Nr. 5 – Nordöstlich Grötzingen / Bergwald-Knittelberg“: Es umfasst rund 100 Hektar in der Fläche und ist bereits FFH-Gebiet, Landschaftsschutzgebiet und „gesetzlicher Erholungswald“. Auch eine Zielsetzung definiert die Stadt für dieses Gebiet: „Den Erhalt des gegenwärtigen Zustandes. Zukünftige lärmrelevante bauliche Nutzungen sind derzeit nicht absehbar“ –heißt es in der Präsentation der Stadt. Die vorhandenen Schießanlagen – sowohl die des ICT, als auch die des Schützenvereins – sind von der zukünftigen Lärmschutzregelung ausgenommen, sie sollen bei der Ausweisung als „Ruhiges Gebiet“ nicht eingeschränkt werden.


Kritik und offene Fragen

Jürgen Schuhmacher von der Fraktion MfG fragte, welche Rolle das neue Windrad des ICT in dieser Ausweisung spiele und ob das nicht viel lauter sei, als die Schießanlagen. „Was für einen Wert hat ein solches Papier, wenn so etwas gebaut werden kann“, fragte er und Ortsvorsteherin Karen Eßrich versprach, bei den städtischen Stellen diesbezüglich noch einmal nachzufragen. Auch Christiane Jäger von der CDU erklärte, dass diese Kategorisierung nicht viel Neues bringe und dass es viel zu viele Ausnahmen gebe: „Das Papier ist rechtlich nicht bindend, es gibt viele Ausnahmeregelungen, hoffentlich hilft das überhaupt was“, äußerte sie. Und auch Birgit Hauswirth-Metzger von der GLG fragte: „Was machen wir denn dagegen, wenn es wirklich lauter wird? Darüber steht in dem Plan nichts geschrieben.“

Trotz aller Kritik und noch offener Frage, nahm der Grötzinger Ortschaftsrat die Fortschreibung des Lärmaktionsplans - mit der Einrichtung „Ruhiger Gebiete“ – einstimmig zur Kenntnis und freute sich darüber, dass auch Grötzingen mit einem dieser Gebiete bedacht wurde.
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