Auer Bürger tun sich schwer mit Veränderung

Der Parkdruck auf den Auer Straßen ist immens, daher können sich rund 60 der befragten Grundstückseigentümer das Parken in einer Quartiersgarage als Lösung des Problems vorstellen. (Foto: heis)
Karlsruhe: Durlach | (heis) Sibylle Rosenberg vom Stadtplanungsamt berichtete dem Durlacher Ortschaftsrat von den Ergebnissen der Eigentümerbefragung, die 2016 in Aue durchgeführt wurde.

Angeschrieben wurden im Juni insgesamt 449 Eigentümer. Der Rücklauf umfasste 315 eingegangene Fragebögen, das entspricht einer guten Beteiligung von rund 70 Prozent. Die Befragung wurde in elf Quartieren durchgeführt – diese liegen entweder im Sanierungsgebiet oder grenzen daran an und haben aus städteplanerischer Sicht ein gewisses Potenzial zur
Nachverdichtung.

Was bei der Befragung herauskam überraschte die Durlach und den Ortschaftsrat wenig: „Das Interesse der Eigentümer an Nachverdichtung ist nicht sehr groß“, fasste Rosenberg die Ergebnisse zusammen. „Eigentlich wollen die Auer alles so behalten, wie es ist.“

Insgesamt wurden in dem Schreiben acht Punkte abgehandelt: Gefragt wurde unter anderem, wie unbebaute Privatgrundstücke derzeit genutzt werden, ob Baumaßnahmen geplant sind und ob die Besitzer einer Grundstücksneuordnung zu Gunsten des großflächigen Wohnungsbau zustimmen würden. Auch die Möglichkeit, der Abgabe von Grundstücken oder Grundstücksteilen zur Änderung der Wegeführung in Aue – um die teils chaotische Verkehrssituation zu entzerren – wurde abgefragt. Ebenfalls zu diesem Thema wurde Fragen zur Mobilität im Allgemeinen gestellt – wäre Carsharing eine Option oder eine Quartierparkanlage?

Herauskam, dass die Auer ihre unbebauten Grundstücke hauptsächlich als Gärten und zur Freizeitgestaltung nutzen – und eine zukünftige Bebauung oder Veräußerung höchstens im Kreise der Nachkommen oder der Familie geplant und gewünscht ist.

Nur vier der befragten Eigentümer würden ihr Grundstück verkaufen – aber wenn, dann nur an einen privaten Käufer – auf gar keinen Fall jedoch an die Stadt. Ebenfalls nur vier Eigentümer könnten sich vorstellen, Teile ihres Grundstücks zu verkaufen, damit eine alternative Fußwegeführung entstehen kann, die die Verkehrssituation im Auer Ortskern entzerren würde.

Nur ein Viertel der Umfrageteilnehmer gibt zu, seinen Pkw auf der Straße zu parken, alle anderen gaben an, ihre Fahrzeuge auf Privatgrundstücken oder in Garagen abzustellen. „Dass dem nicht so ist, zeigt der alltägliche Parkdruck in Aue, den auch viele in den zum Sanierungsprojekt durchgeführten Bürgerwerkstätten beklagt haben“, mutmaßte Sibylle Rosenberg. Petra Stutz von den Freien Wähler ergänzte, dass es durchaus sein könnte, dass nicht die befragten Grundstückseigentümer auf der Straße parkten, sondern die Mieter der Wohnungen und Häuser. Und regte gleichzeitig an, dass auch diese in einer getrennten Umfrage zu den gleichen Themen befragt werden sollten. Eine solche detailliertere Befragung sei noch einmal vorgesehen, wenn das Projekt in die Planungsphase geht, merkte Rosenberg auf diesen Einwurf hin an.

Carsharing weckt Auer Interesse


60 der 315 Umfrageteilnehmer könnten sich vorstellen, eine Quartiersgarage zu nutzen und für rund ein Viertel der Befragten wäre auch Carsharing eine Option, um die Verkehrssituation in Aue zu stabilisieren. „Das sind mehr, als wir erwartet

haben“, bekennt die Stadtplanerin gegenüber dem Durlacher Ortschaftsrat, der wissen wollte, wie man mit den Ergebnissen der Umfrage nun in den städtischen Ämtern umgehen wird. Ein städtebauliches Konzept sei der nächste Schritt, so Rosenberg, danach könne man dann an einen konkreten Bebauungsplan gehen. „Der Erhalt der Grünflächen rund um die Stegwiesen, das ist es, was die Auer Bürger sich wünschen – sei es öffentlich oder privat. Daran halten wir uns, und werden diese nicht weiter erschließen“, so die städtische Planerin. Eine Fußwegeverbindung abseits der engen Straßen sei weiterhin sehr wichtig und deshalb werde man an der Umsetzung einer solchen auch weiterhin arbeiten.

Auch eine attraktive Dorfmitte und das Gebiet um den so genannten „Bankenplatz“ werden ein Thema bleiben – insgesamt soll in Aue mehr Aufenthaltsqualität geschaffen und die Naturnähe erhalten werden – das wünschen sich die Bürger und das haben sich die Stadtplaner offenbar auch so zu Herzen genommen.

Abschließend beschloss der at einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, das Bebauungsplanverfahren „Östlich der Westmarkstraße zwischen Ostmarkstraße und Am Rainle“ gemäß den Vorgaben weiter zu verfolgen.
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