Geistliche Abendmusik der Schola St. Peter und Paul
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Maria-Königin-Kirche Merklingen, Sonntag, den 25. Mai 2008 um 18.00 Uhr
Geistliche Abendmusik der Schola St. Peter und Paul
Vor gut 60 Jahren trafen sich einige singbegeisterte Knaben der Gemeinde St. Peter und Paul erstmals, um unter Anleitung das Singen gregorianischen Chorals zu üben und diese Musik in der Gemeinde neu zu beleben und zu erhalten. Die Herren der ersten Stunde haben auf das Stichwort Weihnachten lächelnd sofort das „Puer natus est nobis“ in Wort und Ton parat, beim Stichwort Ostern das „Resurrexi“ et cetera. Die Herren der ersten Stunde haben bis heute nichts von ihrer Begeisterung für das Latein als Sprache der Liturgie und für die hochanspruchsvollen Melodien aus dem Graduale Romanum verloren. Dass in der Schola von heute nicht nur Gründungsmitglieder mitsingen, freut eben die Herren der ersten Stunde ganz besonders. Die Schola der Katholischen Stadtkirche St. Peter und Paul zählt derzeit 15 singende Männer. Die Leitung hat seit 6 Jahren der Leiter der städtischen Musikschule und Organist der St. Peter und Paul-Gemeinde, Franz Laupheimer. Das Repertoire der Schola reicht von gregorianischen Gesängen über deutsche Liturgiegesänge, Psalmen, mehrstimmig gesetzte moderne Lieder bis zu mehrstimmigen Volksliedern.
Das Programm der geistlichen Abendmusik am vergangenen Sonntag entsprach dem Attribut geistlich in vollem Sinne. Die Gregorianik war mit Introitus, Alleluia und Communio aus dem Proprium von Pfingsten vertreten, „Der Geist des Herrn erfüllt das Rund der Erde“, und bildete zusammen mit der Messe für dreistimmigen Männerchor und Orgel „aux séminaires“ von Charles Gounod eine stimmige Einheit. 6 Stücke aus „Zwölf Meditationen für die Orgel Op. 167“ von Josef Gabriel Rheinberger vertieften jeweils noch die Wirkung der vokalen Einstimmigkeit und Mehrstimmigkeit und machten das Erleben geistlicher Musik als geistig-sinnliche Ganzheit vollständig. Die neue Orgel der Maria-Königin-Kirche verfügt sichtbar und erst recht hörbar über einen reizvollen Farbenreichtum und eignet sich mit ihrer Disposition und ihrer sorgfältigen Intonation besonders gut zur Begleitung des Gesanges und zur Darstellung meditativer Orgelmusik.
Die Schola St. Peter und Paul hat Sinn für das Mysterium, das der Gregorianik innewohnt, für die Leichtigkeit und den schwebenden Rhythmus ihrer Melodiebewegung und ebenso für Wärme, Fülle und Dynamik der mehrstimmigen Messkompositionen, getragen von der Orgel, einem Instrument von vorzüglichem Handwerk. Die Zuhörer bedankten sich mit herzlichem und lang anhaltendem Beifall für das Hörerlebnis.
Die Mitglieder der Schola und ausführende der Geistlichen Abendmusik: Otto Borger, Stefan Braun, Peter Gepperth, Joachim Graff, Bernd Heil, Peter Heimpel, Kurt Heinkele, Bruno Pfeffer, Mark Pfeifer, Volker Philippin, Klais Riehle, Stefan Schmidt, Edgar Schmitt, Josef Wagner, Klaus Walter. Leitung und Orgel: Franz Laupheimer